Recht und Gericht in Österreich 

Prinzip der Gewaltenteilung:
Legislative - Exekutive - Judikative

Nach dem in Österreich bestehenden System der Gewaltenteilung unterscheidet man die Legislative (legis=Gesetz; Gesetzgebung durch Nationalrat bzw. Landtage), die Exekutive (Verwaltung) und die Judikative (Gerichtsbarkeit, ausgeübt durch Gerichte). Justitz und Verwaltung sind bundesverfassungsrechtlich in allen Instanzen getrennt.

Die von der Legislative (Nationalrat) erlassenen Bundesgesetze vollziehen unabhängige, unversetztbare und unabsetzbare Richter (Judikative). Die Gerichtsbarkeit ist in Österreich einzig und allein eine Angelegenheit des Bundes.

Die vom Nationalrat erlassenen Bundesgesetze, die von den jeweiligen Landtagen erlassenen Landesgesetze oder die von Verwaltungsbehörden erlassenen Verordnungen werden von weisungsgebundene Beamten/ Vertragsbediensteten (Exekutive) vollzogen.

Zum Verständnis des Aufbaus und der Aufgaben der Gerichtsbarkeit ist es vor allem notwendig, die drei Hauptbereiche, nämlich das Zivil-, Straf- und Verwaltungsrecht, mit denen der Rechtssuchende primär in Kontakt kommt, zu definieren, um sich im Falle eines juristischen Problems von vornherein an die richtige Stelle wenden zu können. Voraussetzung dafür ist allerdings ein grobes Grundwissen hinsichtlich der drei Hauptbereiche des Rechts, mit denen der "Normalbürger" in der Regel zu tun hat.