Recht und Gericht in Österreich 
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zum Profil... sonja22 : ( 2009-10-24 14:03:57 / 1858589 ) Sachwalterschaft und pflegende Anehörige

Einen schönen Nachmittag alles Mitgliedern.

Ich wäre für Ratschläge von Allen, die in dieser Richtung bereits Erfahrung haben sehr dankbar.

Lt. Gerichtsbeschluss bin ich für meinen 80-jährigen Vater nun rechtskräftig zur Sachwalterin in allen Bereichen bestellt worden.
Nun soll ich innerhalb von 3 Wochen einen Antrittsbericht abgeben und Pensionsbescheid, Fixkosten, Grundbuchsauszüge usw. beilegen.

Mein Problem ist - was soll/muss in diesem Antrittsbericht alles enthalten sein ?
Davon stand nichts in dieser Aufforderung.

Bezüglich Einkommen: Pension ist klar. Aber was ist mit dem Pflegegeld (1.242 Euro - 180 Stunden Pflegeaufwand)

Bei der Rechnungslegung weiß ich nicht, wie dies aufgelistet werden soll.
Pflegemittelbedarf kann ja belegt werden, jedoch nicht der Pflegeaufwand - da ich meinen Vater ja selber pflege.
Und außerdem alle Erledigungen, die so anfallen für ihn mache.

Muss ich dieses Pflegegeld demnach ansparen ?
Bzw. steht mir als pflegende Angehörige davon irgendein Betrag zu ?

Bitte um hilfreiche Antworten. Danke

Antworten:

zum Profil... amharez : ( 2009-10-24 15:39:02 / 1858609 ) Als Einkommen

zählt die Pension. Das Pflegegeld zählt nicht zum Einkommen.
Es heißt: Vom Pflegegeld sind auch alle Hilfmittel und sonstige Bedürfnisse zu bezahlen die für den Pflegeaufwand entstehen.
Sie können sich auch vertreten lassen, wofür Sie aber wieder bezahlen müssen: vom Pflegegeld.
Bei Urlaub oder sonstiger Verhinderung können Sie beim Bundessozialamt für 4 Wochen um eine Unterstützung ansuchen. Diese ist gestaffelt nach Pflegestufe und auch nach Ihrem Einkommen.

Ist das Pflegegeld zu wenig müssen Sie aus eigener Tasche alles bezahlen, oder aus der Pension. Dann müssen die diese Ausgaben in die Abrechnung als Sachwalter hineinnehmen.

Es gibt übrigends Listen die Sachwalterschaft betreffend beim Gericht aufliegend.

Für Ihre Sachwalterschaft können Sie sich auch ein Honorar verrechnen. Die Höhe finden Sie ebenfalls in dieser Liste.

Sie können sich auch als pflegende Angehörige versichern lassen, das Bundessozialamt bezahlt dann Zuschüsse für die Lohnabgaben. (Wie sich dann allerdings die Gestaltung der Hilfmittel und sonstiger Aufwand für die Pflege finanzieren läßt habe ich noch nirgends gefunden!...)
Das Pflegegeld dient dann als Ihr Gehalt.

In der Gegenüberstellung des Pflegeleistung mit den Öffentlichen Diensten steht das Pflegegeld in absolut keiner Ralation.
Ein Beispiel: Eine Stunde für eine Heimhilfe kostet 40,-
Bei 180 Stunden pro Monat ergibt sich eine Forderung von 7.200,-. Die Förderung für diese Dienste sind ebenfalls nach dem Einkommen des Pfleglings gerichtet. Das heißt:
Die Förderung erhält die Organisation wo Sie die Dienste in Anspruch nehmen und steigt mit dem Einkommen.

Bei Bezug von Pflegegeld von 1.242,- Euro bleibt nach Abzug der Hilfmittel für Ihren Vater und den Pflegediensten nichts übrig, womit Sie (angemeldet) leben könnten.

Unter Pflegedienste versteht sich natürlich nicht nur Heimhilfe, sondern auch Qualifizierte Krankenpflege, Reinigungsdienste, Vertretung, u.s.w.

Sie müssen sich im Klaren sein das Sie als Angehöriger ausgenützt werden.

Eine Alternative ist mir bisher noch nicht untergekommen.
Angehörige sind bei dieser Konstellation immer die Dummen, und das auch noch legal.

zum Profil... Doris : ( 2009-10-24 19:12:28 / 1858678 ) @ sonja22

Versuchen Sie die gewuenschten Informationen vom Verein fuer Sachwalterschaft zu bekommen.
Vielleicht helfen Ihnen aber auch diese Links weiter:
http://www.justiz.gv.at/_cms_upload/_docs/Sachwalterrecht_Leichter_lesen_Broschuere.pdf

http://www.lebenshilfe-stmk.at/cms/fileadmin/lh_steiermark/recht/Gesetzestexte/Sachwalter/Sachwaltergesetz.doc

Als pflegende Angehoerige koennen Sie ggfs. auch eine Entlohnung fuer Ihre Taetigkeit verrechnen. Beachten Sie, dass ab Pflegestufe 3 die Moeglichkeit der (kostenlosen) Sozialversicherung fuer pflegende Angehoerige gegeben ist.

zum Profil... amharez : ( 2009-10-25 06:03:32 / 1858754 ) @sonja22

Die Sozialversicherung für Pflegende Angehörige ist nicht Kostenlos.
Das Bundessozialamt schießt jedoch u.U.50% der Abgaben dazu.

Jedoch sollten Sie sich die Frage stellen wer das bezahlen soll.
Bei Stufe 6 werden Sie kaum noch Zeit finden sich Ihren Lebensunterhalt zu verdienen(dauernde Anwesenheit erforderlich. Somit wird das Pflegegeld nach Abzug der Hilfsmittel und des Bedarfes für den Kranken Ihr Einkommen (und somit ein Steuerpflichtiger Bezug) werden.

Also eine 24 Stunden Pflege und somit zwei Pflegepersonen erforderlich.

Als Sachwalter müßten Sie die Anmeldungen somit selbst vornehmen und die Förderung zu den Lohnkosten beim Bundessozialamt beantragen.
Für 1 Person beträgt diese 550,-, für 2 Personen 1.100,-

Diese Zeiten zählen in der Pensionsversicherung, jedoch dann eben aber nur mit dem Gehalt wie Sie angemeldet sind.
Es kann 1 Jahr rückwirkend beantragt werden, und bis zu 3 Jahren gewährt werden.

Somit sind aber auch 2 Personen bezahlen.
Wie sich das mit 1.242,- Euro ausgehen soll ist dahingestellt.

Machen Sie einmal eine Einnahmen/Ausgaben Rechnung laut Liste für Sachwalter dann sehen Sie was genau übrigbleibt.


Also sind 2 Abrechnungen dann zu machen: Die des Einkommens für die Fixkosten des Vaters, 1 Abrechnung des Pflegegeldes (für Sie und die 2. Pflegeperson)



zum Profil... amharez : ( 2009-10-25 07:10:27 / 1858755 ) @sonja22

Ich habe mir die Seite von Doris angesehen.
Sicher ist das nicht das was Sie suchen.
Aber ich habe für die Abrechnung und weitere von Ihnen gestellten Fragen eine Seite gefunden die Sie sicher interessieren wird:
www.help.gv.at-Sachwalterschaft

Leider ist die Seite des Sachwaltergesetzes nicht im RIS zu finden, nur Gesetzestexte. Das Sachwaltergesetz findet sich im ABGB. Aber die neuen Änderungen aus 2007 stehen noch nicht im Netz.
Wesentlich ist das Sie die Abrechnungen und die Differenzierung von Einkommen/Pflegegeld richtig erkennen und dementsprechend abrechnen können.

Alles Gute!

zum Profil... Doris : ( 2009-10-25 07:29:51 / 1858764 ) @ amharez - Sachwaltergesetz im Netz

Versuchen Sie es doch mit
http://www.jusline.at/268_Voraussetzungen_für_die_Bestellung_eines_Sachwalters_oder_Kurators_a_für_behinderte_Personen;_ABGB.html

sowie die folgenden Paragraphen

Die Sozialversicherung fuer pflegende Angehoerige ist ab Pflegegeldstufe 3 sehr wohl kostenlos! Siehe auch http://www.help.gv.at/Content.Node/36/Seite.360521.html

Bitte informieren Sie sich, bevor Sie etwas posten und noch mehr, wenn Sie glauben, richtige Informationen "korrigieren" zu muessen.

Der direkte Link zu den Informationen ueber Sachwalterschaft in Help.gv.at lautet http://www.help.gv.at/Content.Node/290/Seite.2900000.html


zum Profil... amharez : ( 2009-10-25 09:22:22 / 1858797 ) @doris

Habs gelesen. Alles.
Ich habe wie oben die 24 Stunden Pflege angesprochen, die bei Stufe 6! notwendig ist.
Bei allen Links aus Ihrem Beitrag habe ich keine Möglichkeit der Bezahlung für pflegende Angehörige gefunden.

Das mit 1.8.2009 die Beiträge zur Selbst oder Witerversicherung bezahlt werden müssen sondern der Bund dafür aufkommt ist schön, anders wäre dies auch nicht möglich, wenn der Pflegende kein Einkommen mehr hat, weil er durch die Pflege sein Erwerbsleben aufgeben muß.

Die Fragestellung von sonja22 war ja, wie sie als Sachwalter mit dem Gericht verrechnen muß.
Diese Administration kommt ja dann zur 24 Stunden Pflege noch dazu.
Aufgrund dieses Amtes kann sie sich zwischen 5 und 10% verrechnen. (Je nach Einkommen)
Ob sie davon leben kann ist eine andere Frage.

Geld darf sie jedenfalls nur FÜR den Besachwalteten ausgeben, und dies auch mit Rechnungen belegen.

Und wenn sie sich vertreten läßt in der Pflege (für 4 Wochen pro Jahr) muß sie eine Ersatzkraft bezahlen. Dazu ist der Zuschuß vom Bundessozialamt gedacht.
Jedenfalls nicht für sie.

Wovon soll sie also leben?

zum Profil... Doris : ( 2009-10-25 14:11:47 / 1858855 ) @ amharez

Die Frage von "sonja22" war nicht, wovon sie leben soll. Aber es spricht m. E. nichts dagegen, dass sie bei ihrem Pflegling angestellt oder gegen Rechnung als freie Dienstnehmerin beschaeftigt ist. Vorsichtshalber sollte sie sich dies vom Gericht vorab "absegnen" lassen, aber solange ein ortsueblicher Lohn verrechnet wird, sollte dies m. E. kein Problem sein.

zum Profil... sonja22 : ( 2009-10-26 17:59:10 / 1859141 ) @ Doris und amharez

Ich danke euch für die Antworten.
Tatsächlich helfen mir fast alle Links
nicht wirklich weiter.

Ich selber habe ein Einkommen von insgesamt ca. 900 Euro (Witwenrente und Lohn aus geringfügiger Beschäftigung)... und damit auch mein Auskommen.
Bei der Pflege meines Vaters unterstützt mich derzeit meine Tochter und mein Sohn abwechselnd.

Mit dem Pflegegeld bzw. der Vorschrift, was damit zu geschehen hat, habe ich MEIN Problem.

Mein Vater bezieht seit 3 Jahren Pflegegeld - zuletzt Stufe 3. Da er aber noch seine Entscheidungen selber treffen konnte, fragte Niemand - was mit seiner Pension und dem Pflegegeld geschieht.
Es wurde familienintern verwendet - für all seine Zahlungen, Lebensmittel usw.
Das Pflegegeld überlies er mir, da ich ja auch seine Pflege übernommen habe.

Sein Gesundheits- und Geisteszustand hat sich im laufe dieses Jahres rapide verschlechtert. Deswegen musste ich die Besachwalterung beantragen.

Wenn ich bzw. meine Kinder von nun an von dem Pflegegeld NICHTS für den Aufwand einbehalten dürfen, dann werden wir uns Unterstützung seitens der mobilen Pflegeeinrichtungen holen. Somit auch eine Entlastung für uns.

Frage:

Darf ich das ? Die mobile Heimhilfe vom Pflegegeld bezahlen.

Wenn nicht, heißt das doch nichts anderes .... Es muss das Pflegegeld, angespart werden .... somit ist es für mich nicht zweckgebunden und ich verstehe dieses Gesetz einfach nicht.

Lieben Dank !

PS: Vielleicht gibt es Jemanden, der die Praxis kennt und aus seinen Erfahrungen berichten kann.
Wäre sehr dankbar dafür


zum Profil... Doris : ( 2009-10-26 19:40:08 / 1859192 ) @ sonja22

Das Pflegegeld ist - wie schon das Wort sagt - fuer die Pflege vorgesehen. Selbstverstaendlich koennen Sie eine Heimhilfe (stundenweise) oder eine 24-Stundenpflege engagieren. Fuer Letztere gibt es noch zusaetzliche Foerderungen.
Unter help.gv.at finden Sie Telephonnummern von kostenlosen Telephonberatungsstellen fuer pflegende Angehoerige. Fragen Sie dort nach, aber auch div. Hilfsinstitutionen (Volkshilfe, Hilfswerk, Caritas ..) muessten Ihnen Auskunft geben koennen.

24stdPflege : ( 2009-10-27 11:32:36 / 1859305 ) Förderung


Amharez ist da ein kleiner Fehler passiert:

Die Förderung vom Bundessozialamt für die 24 Std-Pflege beträgt für 2 legale Betreuer/innen 550 Euro pro Monat. Bei nur 1 Betreuung bekommt man die Hälfte.
Wäre aber schön, wenns so wär, wie Du geschrieben hast:-)

Legale 24-Std Betreuung kostet in etwa (Richtwert- je nach Agentur/ Betreuern verschieden):

50 Euro pro Tag
142 Euro Sozialversicherung
100 Euro Fahrtgeld

Agenturen verrechnen auch noch Vermittlungsprovisionen, kümmern sich dafür aber auch um sämtliche Amtswege, Ersatz bei Krankheit, oder Problemen...usw.

Ich habe mich für eine Agentur entschieden, eben wegen der ganzen Amtsrennereien. Und Oma ist glücklich, weil sie zu Hause bleiben darf:-)


zum Profil... sonja22 : ( 2010-08-09 21:50:09 / 1931546 ) 24hPflege

Ja, dafür habe auch ich mich entschieden, im Mai d.J. Die Kosten für 2 Pflegerinnen belaufen sich auf:
60 Euro pro Tag (inkl.Sozialversicherung)
120 Euro Fahrtkosten für 2 Betreuerinnen
130 Euro Agenturbeitrag

Bei Pension inkl. Pflegegeld von 2.279 Euro kann man sich ausrechnen was da noch übrigbleibt.

Die laufenden Zahlungen monatlich, sowie die Verpflegung für meine Mutter und beide Pflegerinnen, bezahlen meine Kinder und ich.
Die Förderung in Höhe von 550 Euro wurde noch nicht bewilligt bzw. ausbezahlt.

Ich stehe jetzt als Sachwalterin meines Vaters noch vor einem anderen Problem:

Meine Mutter (Hälfteeigentümerin des Hauses) möchte ihren Anteil haben und ins Altenheim übersiedeln.

Ich denke mal, daß Mutter das Recht hat den Wert ihrer Haushälfte einzufordern, wenn sie ins Heim möchte ????
Zwangsläufig wird dann das Haus verkauft und Vater muss in ein Pflegeheim - was er jedoch nicht möchte.

Bitte um Tipps wie ich die Sachlage dem Gericht schildern soll bzw. was ich unternehmen muss / kann.

Ich danke Allen für die Mühe mir zu antworten.


zum Profil... Doris : ( 2010-08-09 22:04:51 / 1931552 ) @ sonja22

Das finde ich ziemlich ungewoehnlich, dass jemand, weil er in ein Senioren- oder Pflegeheim uebersiedeln will, sich seinen Hausanteil auszahlen lassen moechte, ohne Ruecksicht darauf, dass der Ehepartner dabei auf der Strecke bzw. Strasse landen koennte.

Was die gemeinsame Ehewohnung betrifft, so glaube ich mich zu erinnern, dass diese nicht so einfach von einem Partner ueber den Kopf des anderen hinweg aufgegeben werden darf, selbst dann nicht, wenn sie im Alleineigentum dieser Person stuende. M. W. kann der uebergangene Partner, sofern er ein dringendes Wohnbeduerfnis nachweisen kann (was wohl der Fall ist), sogar Verkaufsbestrebungen durch eine Unterlassungsklage (einschl. einstweiliger Verfuegung durch das Gericht) hintanhalten. Da Ihr Vater durch Sie besachwaltet wird, muessen ggfs. SIE diese Schritte einleiten. Erkundigen Sie sich vorsichtshalber entweder im Zuge einer kostenlosen notariellen Erstauskunft oder an einem Amtstag Ihres zustaendigen Bezirksgerichts.

zum Profil... sonja22 : ( 2010-08-13 08:59:10 / 1932320 ) ungewöhnlich

ist es auch bzw. für mich nicht nachvollziehbar.
Aber es ist so, daß meine Mutter ihren Ehemann nicht mehr in ihrer Nähe haben möchte.
Ich habe ihr jetzt vorgeschlagen, meinen Vater in die Erdgeschoßwohnung zu mir zu nehmen, somit hat sie im 1.Stock ihre "Ruhe" und kann sehen, wie sie alleine zurecht kommt.

Wie sieht das jetzt rechtlich aber bezüglich des Wohnrechtes für mich und meine Tochter,
wir werden den Vater bzw. Großvater, gemeinsam pflegen mit Unterstützung der mobilen Heimhilfe - aus.

Dürfen wir in der Haushälfte die ja meinem Vater gehört wohnen bleiben solange er lebt ?
Oder kann meine Mutter verlangen, daß wir ausziehen und Vater somit zwangsweise in ein Pflegeheim MUSS.

Für hilfreiche Antworten danke ich recht herzlichst.

zum Profil... sonja22 : ( 2010-08-25 15:50:38 / 1935084 ) Gerichtsantrag

Ist es möglich, wenn ich meinen Vater in den Erdgeschoß des Hauses nehme, zu diesem - so etwas wie ein Zutrittsverbot für meiner Mutter zu beantragen ?

Derzeit ist mein Vater im 1.Stock mit den 24h Pflegerinnen.
Das Problem ist, keine der Damen kommt nach dem 1.Turnus wieder, da meine Mutter Jede hinausekelt.

Wie schütze ich meinen Vater vor den Anfeindungen seiner Ehefrau. Ich denke,daß ich die Pflicht habe 1. schon moralisch und aus Liebe zu meinem Vater und 2. durch Übernahme der Sachwalterschaft.

Ich bin ratlos.

zum Profil... Doris : ( 2010-08-25 16:41:16 / 1935099 ) @ sonja22

Vater sollte die Scheidung einreichen.

zum Profil... sonja22 : ( 2010-08-25 18:45:16 / 1935125 ) @ Doris

Ja, mit 81 Jahren, besachwaltert und planlos.
Wäre wieder ein Antrag meinerseits an das Gericht nötig.

Ich denke, und meine Einträge sind kein Fake sondern die traurige Wirklichkeit, eine Heimeinweisung ist unumgänglich.

Trotzdem ein Dankeschön an alle, die versuchten mir gute Tipps zu geben.

Beobacchter : ( 2010-08-27 07:05:12 / 1935439 ) Scheidung

Einer Scheidung wird das Gericht nicht zustimmen in diesem Zustand Ihres Vaters!
Ich habe mir die Mühe gemacht und Ihre Rechnung oben aufgestellt. Es bleiben Ihrer Mutter UND Ihrem Vater 199,- !!
Haben Sie Ihre Mutter schon gefragt wie sie damit zurechtkommt? Es steht ihr ein Unterhalt zu. Anscheinend ist dies der Grund weshalb sie Ihren kranken Gatten nicht mehr bei sich haben möchte. Und für 2 Pflegerinnen beträgt der Zuschuß so ich es errinnerlich habe 1.100,-
Sie als Sachwalter müssen zusehen das dieser Zuschuß auch geleistet wird.
Zudem wird Ihr kranker Vater nicht ausreichend gepflegt, da ja die Gattin alle PflegerInnen verscheucht.
Oder pflegt ihn die Gattin dann selbst? Dann brauchen sie ja gar keine teure 24 Stunden Pflege. Wer hat diese denn bestellt?
Ich rate Ihnen ab Ihren Vater zu sich zu nehmen, denn dann wird Ihr Einkommen auch mit eingerechnet und Sie stehen im Nu ebenfalls ohne Geld da! Sie unterschätzen die Situation. Es ist unglaublich schwer und belastend einen kranken Angehörigen zu pflegen. Selbst wenn Sie im 1. Stock des Hauses wohnen bekommen Sie trotzdem nicht mit was Ihre Mutter durchzustehen hat. Das werden SIE dann auf sich nehmen müssen!
Und Ihr Kind wird ebenfalls mitbelastet.
Ich verstehe überhaupt nicht weshalb man Pflegebedürftigen und Ihren Angehörigen ALLES nimmt und sie dann im Stich läßt mit dieser Situation. Kürzlich habe ich von einem Richter gehört das dies der Gesetzgeber so vorsieht.
Angehörige haben sich auch keine Hilfe zu erwarten, da sie vor dem Gesetz ohnehin verpflichtet sind für Ihre Angehörigen zu sorgen. (Anders als in Deutschland, wo Pflegende Angehörige finanzielle Unterstützung erhalten für Ihre Arbeit. Villeicht wäre es gut wenn das in Österreich auch so wäre!)
Die Gattin müßte den Gatten auf Unterhalt klagen um versorgt zu sein.
Wenn Sie den Zuschuß nicht rasch erhalten bleibt Ihnen nichts anderes übrig als bis zur KLärung die Pflegeleistungen zu kündigen! Die Angelegenheit ist bereits eskaliert.
Ihre Mutter wird ja auch nicht mehr die Jüngste sein.

zum Profil... Doris : ( 2010-08-27 10:51:17 / 1935479 ) @ Beobachter

Pflegende Angehoerige koennen vom Pflegebeduerftigen das Pflegegeld (oder Teile davon) bekommen. Ausserdem sind sie ab einer bestimmten Pflegestufe kostenlos kranken- und pensionsversichert. Es ist also unrichtig, dass pflegende Angehoerige in Oesterreich keine finanzielle Unterstuetzung erhalten koennen.

In Anbetracht der fuer den Vater aeusserst belastenden Situation (durch seine Ehefrau! verursacht), waere ich mir nicht so sicher, dass das Gericht die Zustimmung zur Scheidung versagt.

Mit der Ehefrau sollte einmal "Tacheles" geredet werden, denn ihr Verhalten ist nicht nur unmenschlich, sondern auch ungesetzlich (Scheidungsgrund!). Vielleicht kommt sie zur Vernunft, wenn ihr einmal ein Aussenstehender erklaert, was auf sie zukommen koennte, falls sie ihr Verhalten nicht aendert, und deshalb aus ihrem Alleinverschulden geschieden wird.
Sie bekommt dann lediglich den notduerftigen Unterhalt.

Weshalb sollte die Gattin den Gatten auf Unterhalt klagen? Und v.a., wenn SIE auszieht und ihren Ehemann im Stich laesst ...???

zum Profil... sonja22 : ( 2010-08-27 14:37:05 / 1935534 ) @Beobachter

Danke ersmal für die Antworten.

Der Zuschuß des BSA beträgt für 2 Pflegerinnen 550 Euro.
Jedoch denke ich nicht, daß ich diesen erhalten werde, da ja jede Pflegerin bereits nach dem 1.Turnus (14 Tage) aufgegeben hat. Von Mitte Mai bis Ende August, waren 5 !! Pflegerinnen hier, aber auch nicht ohne Unterbrechungen.
Zwischendurch übernahm immer wieder ich tage- bzw. wochenweise alleine die Pflege.
Nein, meine Mutter ist nicht in der Lage ihren Gatten zu pflegen. Sie ist 78 und ich denke selber nicht mehr so ganz "gesund". Alles was sie kann ist, meinen Vater anzubrüllen, wenn er müde ist und schläft - rüttelt sie ihn wach usw. usw. Ihrer Meinung nach ist er nicht krank sondern nur dumm, und wenn er wollte so könnte er durchaus aufstehen und gehen, selber essen .... Wie kann ich diese Frau stoppen ?????????
Die 24h Pflege habe ich beauftragt, auf Anraten des LSF, in dem mein Vater sich im Mai stationär befand.

@Doris
Sie haben recht,wenn Angehörige selber die Pflege übernehmen steht ihnen auch das Pflegegeld zu.
Jedoch, ich kann das nicht auf Dauer machen.
Das ist psychisch und physisch alleine nicht zu schaffen.

Mit 1.September stehe ich wieder alleine mit der Pflege da, deshalb werde ich meinen Vater zu mir in das Erdgeschoß nehmen (er ist ja Eigentümer einer Haushälfte)
Die Gattin kann im 1.Stock dann mit sich selber brüllen.

Ende Oktober habe ich dem Gericht den Jahresbericht zu übermitteln. Ich denke ich werde den Antrag auf Heimeinweisung stellen müssen, so schwer mir das auch fällt. Und der Gattin bleibt dann auch nichts anderes übrig als in ein Altenheim zu übersiedeln.
"Tacheles" geredet haben schon etliche Bekannte und Verwandte - es nützt nichts.


DanielaB : ( 2010-08-27 22:44:02 / 1935608 ) 24h Pflege

Die Förderung mit über 1000 Euro gibt es tatsächlich, allerdings ist diese für unselbstständige (und somit auch wesentlich teurere) Pflegekräfte bestimmt.
Für Selbstständige bekommt man je Betreuerin 275 Euro von den Bundesländern.

@Sonja:
Den Zuschuss erhälltst Du, selbst wenn Du 100 Betreuerinnen im Jahr "verbrauchst". Du musst für die ersten beiden Damen einreichen und jeden Wechsel bekannt geben.
In NÖ brauchst Du dazu nur eine Kopie vom Personenbetreuungsvertrag bzw Werkvertrag und die Bestätigung über die Vollversicherung dem Schreiben beilegen.
Für Wien und Steiermark (wie es in den restlichen Bundesländern geregelt ist, weiss ich nicht) musst Du zusätzlich eine Kopie vom Gewerbeschein der Damen und einen Ausbildungsnachweis beifügen.
Ich bin mir in diesem Punkt so sicher, weil ich in einer solchen Agentur arbeite und wir haben ein paar Kunden, die öffter gewechselt haben, bis es gepasst hat.

Wie Du Deine Mutter stoppen kannst?
Du könntest ihr ein Ultimatum stellen: Entweder sie hällt sich raus, oder sie muss ausziehen.
Wäre eine bauliche Trennung zwischen Erd und Obergeschoss möglich?

Die Betreuerin die Du brauchst, sollte sehr erfahren und vor allem resulut sein, um sich zur Wehr setzen zu können, wenn Deine Mutter lästig wird. Davon gibts leider nur Wenige, aber man darf nicht aufgeben. Eine "Frische" packt das jedenfalls nicht.

Alles Gute
DanielaB

zum Profil... Doris : ( 2010-08-28 10:04:18 / 1935649 ) @ Sonja22

Ihre Mutter duerfte psychisch krank sein. Wenn ja, dann muesste SIE unter Sachwalterschaft gestellt werden, wenn nein, waere ev. gemeinsam mit einem Anwalt zu pruefen, ob gegen Ihre Mutter eine Unterlassungsklage erhoben werden koennte und/oder Anzeige wegen Quaelen eines Unmuendigen, unterlassene Hilfeleistung oder aehnl. erstattet werden kann. Ausserdem ein Ausschluss aus dem Wohnungseigentum wegen unleidlichen Verhaltens.

Beobachter : ( 2010-08-28 10:51:54 / 1935657 ) hört sich alles schön an

aber die ganzen Klagen u.s.w. gegen die bereits betagte Mutter machen wenig Sinn, wenn sie weiterhin im gemeinsamen Haushalt lebt.
Was ich oben geschrieben habe ist leider die Realität.
Ich gebe allen recht, wenn der arme kranke und hilflose Gatte Hilfe braucht. Die Gatin scheint hier aber auf der Strecke zu bleiben, weil sie ja als anscheinend ebenfalls kranker Mensch Hilfe benötigt. So wie sich die Einkommensituation wie oben geschildert darstellt wird sie mit dem Notwendigen nicht versorgt.
Selbstverständlich kann der Sachwalter (hier die eigene Tochter) das Pflegegeld selbst beanspruchen, aber damit muß sie dann auch die Pflegekosten überweisen.
Eine einfache REchnung wie oben bereits aufgestellt zeigt, was unterm Strich für die BEIDEN Ehepartner übrig bleibt.
Wäre es villeicht möglich die Mutter in den 1. Stock zu nehmen zumindest auf Zeit? Ich meine bis ihr gesundheitlicher Zustand geklärt ist warum sie sich so verhält?

zum Profil... Doris : ( 2010-08-28 11:04:34 / 1935659 ) @ Beobachter

Das schaue ich mir aber an, ob die Frau, wenn sie fuerchten muss, ins Gefaengnis zu kommen, nicht vielleicht doch zur Besinnung kommt.


zum Profil... sonja22 : ( 2010-08-28 17:29:36 / 1935704 ) @Beobachter

leider bleibt nicht die Gattin auf der Strecke, sondern
eher mein Vater und ich. Wie oben geschrieben, zahlen die
laufenden Kosten sowie die Verpflegung für Mutter und
Pflegerinnen, meine Kinder und ich.
Der armen Ehegattin bleibt ihre Eigenpension in Höhe von
550 Euro komplett zur Gänze. Davon gibt sie keinen Cent
ab.
... anscheinend krank ? ja, das ist die Frage, wer kann
das feststellen bzw. ich kann sie nicht zwingen sich
untersuchen zu lassen.
Die Pflegekosten bleiben mir ja nicht, da ich für die Zeit
in der ich die Pflege selber übernehme keine Ansprüche
gestellt habe noch stellen werde.
Es ist nur schade, daß diese eigentlich so gute Einführung
der 24h Pflege von der eigenen Gattin derart boykottiert
wird.

@Doris - ich teile ihre Meinung.

zum Profil... Johann99 : ( 2010-08-29 07:17:03 / 1935783 ) Pflege

Leider kann Demenz (und vieles andere) im hohen Alter zur emotionalen Entfernung eines Ehepaares führen und erschwert dann jegliche Situation erheblich.
Die Pflege zweier Betagter ist nur PLANmäßig und da nur unter Einsatz aller Kräfte möglich. Oder aber auch unmöglich!
Die erste Planmäßigkeit würde sich in der Trennung der Beiden darstellen. Weiters sollte langfristig (vielleicht auch kurzfristig) nur die Pflege des besachwalteten Vaters angestrebt werden.
Sofern die Mutter geistig in der Lage ist Argumente zu verstehn, sollten Sie sie aufmersam machen, dass sie einen fremden Sachwalter bekommen könnte.
Ihrerseits hätten Sie allerdings mit einem fremden Sachwalter für die Mutter um einen „Gegner“ mehr. Er hätte allerdings dann auch für eine fremde Pflegehilfe Sorge zu tragen.
Sehr wichtig wäre der Besuch eines Vortrags über die Pflege betagter bzw. dementer Personen. Hier lernt man etwa beim Hilfswerk, sich selbst und leidliche Situationen zu entspannen.
Ein Beispiel: Die demente Mutter behauptet unbegründeterweise Sie hätten ihr die Geldtasche gestohlen.
Ihre Aufregung wäre wohl verständlich aber ein „Geschrei“ verstärkt die Folgesituation erheblich.
Die Mutter unterm Arm zu nehmen und ihr mit netten Worten zu helfen, die besagte Tasche zu finden, entspannt die Situation für beide Personen im gleichen Augenblick.
Ich weiß, in einer solchen Situation nette Worte und ein Lächeln zu finden ist ungemein schwer, - lässt sich aber durchaus erlenen.
Die geschilderte Sachlage zu beherrschen ist unheimlich schwer und daher haben Sie auch mein Mitgefühl.

zum Profil... Doris : ( 2010-08-29 10:24:47 / 1935810 ) @ sonja22

Stellen Sie die Verpflegung Ihrer Mutter ein. Zumindest haben Sie ein Druckmittel. Da Ihre Mutter ohnedies ueber einen bestimmten Geldbetrag p.M. verfuegt, sind Sie nicht verpflichtet, fuer deren Verpflegung aufzukommen. Damit ersparen Sie sich zumindest einen geringen Betrag monatlich.

zum Profil... sonja22 : ( 2010-10-03 20:28:49 / 1942939 ) so sieht die Realität aus

Ich möchte hier noch abschließend über den Ausgang meiner "Geschichte" berichten.

Es wurde der Ehefrau des Besachwalterten recht gegeben.
Sie MUSS keine fremden Menschen (24h Betreuer) in ihrer Wohnung akzeptieren. De facto ist nun die Heimeinweisung sicher.

Es wurde auch meiner Bitte, den Vater aus der Ehewohnung (1.Stock) zu mir in die EG-Wohnung zu nehmen, nicht nachgekommen.
Die Sachwalterschaft wurde mir entzogen: Unfähigkeit diese auszuüben. (Ich hätte diese sowieso zurückgelegt)
Die Endabrechnung stimmt nicht, einige Ausgaben (obwohl belegt) werden so nicht akzeptiert - diese wären nicht nötig gewesen.

Was bedeutet - ICH darf den Betrag, der mir noch bekanntgegeben wird rückerstatten.
Ich frage mich nur wovon ???
Resümee .... Finanziell, psychisch und physisch runiert, das ist das Ergebnis der Übernahme dieser Sachwalterschaft.
Es ist für mich nicht nachvollziehbar, daß man nicht VOR Einwilligung eine Sachwalterschaft zu übernehmen, richtig über die Folgen aufgeklärt wird.
Ebenso ist die Rechnungslegung einfach ein Witz, denn .. jede noch so kleine Ausgabe, bezüglich der Lebenserhaltungskosten, sammeln zu müssen ist ein Aufwand den man vermeiden könnte, indem ein gewisser Pauschalbetrag für ein Ehepaar herangezogen wird.

Wäre weitaus einfacher - Ich weiß nicht, ob sich jemand vorstellen kann wieviele Rechnungen für Lebensmittel da in einem Jahr zusammenkommen - alle anderen Ausgaben sind leichter zu handhaben.

Danke nochmals allen die mir geschrieben haben.
Sachwalterschaft - never ever

zum Profil... Doris : ( 2010-10-04 00:03:08 / 1942967 ) @ sonja22

Dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass das Verhalten der Ehefrau (Weigerung, die Hilfskraefte einzulassen) keine schwere EHEVERFEHLUNG ist. Strafrechtlich waere dann auch noch unterlassene Hilfeleistung und aehnl. denkbar, es sei denn die Ehefrau wuerde ihrer Beistandspflicht gegenueber ihrem Ehemann PERSOENLICH nachkommen und ihn pflegen, betreuen, verkoestigen etc.

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