Recht und Gericht in Österreich 
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friedrich2 : ( 2010-03-23 11:03:34 / 1903321 ) Frage zum Grundbuchseintrag

Im Zuge einer Verlassenschaft (bin einer der Erben) erfuhr ich nun vom zust. Notar, dass noch die Kosten fuer die Grundbuchseintraege anfallen.
Der Notar moechte das rasch abwickeln, doch ich habe gehoert, man ist nicht verpflichtet, die Grundbuchseintraege sofort durchfuehren zu lassen, angeblich ist bis zu einem Jahr Zeit dafuer und man kann auch einen Anwalt damit beauftragen uns sehen, ob es so guenstiger kommt (etwa ein Pauschalhonorar aushandeln).
Wer kann mir diesbezueglich Auskunft geben?

Ich meine, die Verlassenschaft ist sowieso schon fast fertig abgewickelt und ob wir sofort oder erst in etwa einem Jahr (falls das stimmt) im Grundbuch stehen, macht fuer uns keinerlei Unterschied, mir ist lieber, wir koennen uns vorerst Geld ersparen. Danke fuer Infos!

Ein Tip von mir: Lieber kein Eigentum schaffen (der Staat bereichert sich laufend schamlos daran), dafuer das Geld fuer schoene Dinge (Reisen etc.) ausgeben und wenn man stirbt, ist halt nichts (mehr) da, auch fuer die Erben mit kaum Kosten und null Aufwand verbunden.

Antworten:

zum Profil... Doris : ( 2010-03-23 11:26:33 / 1903328 ) @ friedrich2

VOR den Grundbucheintragungsgebuehren faellt auch noch die Grunderwerbssteuer an.
Im Uebrigen kann ich Ihnen bestaetigen, dass Sie nach Einantwortung der Verlassenschaft (mindestens) 1 Jahr Zeit haben, die Eintragung vornehmen zu lassen. Sie koennen dies - theoretisch - auch selbst (ohne Notar) erledigen oder einen Notar Ihrer Wahl damit beauftragen. Aus eigener Erfahrung passiert nicht viel oder gar nichts, wenn man die Eintragung nicht rechtzeitig vornehmen laesst. Die Verlassenschaft nach meiner Mutter wurde bereits vor 4 Jahren abgewickelt und die Liegenschaften wurden bis dato nicht im Grundbuch auf die neuen Eigentuemer umgestellt. Im schlimmsten Fall koennte es zu einer amtswegigen Eintragung kommen. Keine Ahnung, ob das dann teurer kommt.

Kein Eigentum schaffen, weil der Staat sich bereichert? Sie haetten das Erbe ja ablehnen koennen. Die Kosten im Zusammenhang mit der Erbschaft einer Liegenschaft sind "Peanuts" im Vergleich zum tatsaechlichen Wert.
Sie koennen die Wohnung/das Haus entweder selbst bewohnen, vermieten oder verkaufen. In jedem Fall wird Ihnen unter dem Strich noch etwas uebrig bleiben.

zum Profil... gani1985 : ( 2010-03-23 15:38:20 / 1903383 ) @Doris

Eine amtswegige Eintragung ist mit Sicherheit teurer als wenn man sie selbst vornimmt, da diverse Ausfertigungen aus dem Verlassenschaftsakt die das Grundbuchsgericht benötigt hergestellt werden müssen und das auf Kosten der Erben/Erbsberechtigten passiert. Ob sie aber teurer ist als über den Notar wage ich jetzt nicht zu behaupten.

freidrich2 : ( 2010-03-25 13:55:38 / 1903954 ) @Doris und gani1985

Danke jedenfalls für die Antworten, seltsam daß unser Notar so auf rasche Grundbuchseintragung drängt, das kam mir gleich seltsam vor.
Na, wenigstens können wir das jetzt mal mind. ein Jahr ruhen lassen.

zum Profil... Mocca0412 : ( 2010-05-04 11:53:41 / 1911909 ) @friedrich2 + Doris

für die Eintragung brauchst den Einantwortungsbeschluss -inklusive Rechtskraftbestätigung vom zuständigen Verlassenschaftsgericht und die Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt. Unter www.akwien.at findest Grundbuchsanträge ! Fertig ! Wenn man sich ewig nicht eintragen lässt und Doris es passiert dir dann mal was - dann gehen die Grundstücken an den Staat über und dann ?

zum Profil... Doris : ( 2010-05-04 13:36:16 / 1911944 ) @ Mocca0412

Wieso sollen die Liegenschaften an den Staat uebergehen?
Im schlimmsten Fall findet eine amtswegige Grundbucheintragung statt. Natuerlich ist diese nicht kostenlos. Den Einantwortungsbeschluss sowie die Unbedenklichkeitsbescheinigung vom FA habe ich ja.
Kann aber leicht sein, dass ich mich demnaechst entscheide, was das "Schicksal" dieser Liegenschaften betrifft und dann die noetigen Schritte einleite.

zum Profil... Mocca0412 : ( 2010-05-04 15:30:35 / 1911992 ) @Doris

von wem soll die amtswegige Grundbuchseintragung denn beantragt werden - wenn nicht von dir persönlich ? ausserdem wird man doch vom verlassenschaftsgericht aufgefordert (nach einantwortung) dass man sich eintragen lässt - da gibt es bestimmt fristen.

zum Profil... Mocca0412 : ( 2010-05-04 15:33:17 / 1911993 ) @Doris

wennst dich eintragen lassen willst, weisst ja eh welche kosten auf die zukommen - 1 % von der UB und die 45 Euro für die Eingabengebühr - und das Gesuch kannst auf www.akwien.at abschreiben.

zum Profil... Doris : ( 2010-05-05 08:54:35 / 1912011 ) @ Mocca0412

Amtswegig bedeutet aber eben "von Amts wegen" und nicht auf Antrag. WER eine amtswegige Eintragung ausloest, weiss ich nicht.
Vom Verlassenschaftsgericht wurde ich nicht extra aufgefordert. Irgendwo in einer Niederschrift des Gerichtskommissaers steht ein Hinweis, dass man 1 Jahr Zeit haette, die Eintragung zu veranlassen. Auf persoenliche Nachfrage beim zustaendigen Bezirksgericht wurde mir allerdings erklaert, dass man dort kein Problem haette, wenn die Eintragung nicht erfolgen wuerde. Die Verlassenschaft nach meiner Mutter ist bereits seit Sommer 2006 oder 2007 eingeantwortet. Bisher ist nichts passiert.
Da zwischenzeitlich auch mein Vater verstorben ist, erspare ich mir auf jeden Fall fuer eine Liegenschaft, die beiden Elternteilen gehoert hat, einmal die Eintragungskosten.
Weshalb ich die Grundbucheintragung vermieden habe, war der Umstand, dass noch nicht klar war/ist, was mit den Liegenschaften geschehen soll (behalten oder veraeussern) und ich Mehrfachkosten vermeiden wollte.

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